Eine Schule der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
2. Juni 2026

Trauer um Heinz-Josef Müller

Heinz-Josef Müller (Foto: privat)

Mit schwerem Herzen geben wir bekannt, dass ein beliebter und geschätzter ehemaliger Lehrer unserer Schule, Heinz-Josef Müller, der vor zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, vor Kurzem verstorben ist.

Heinz-Josef Müller legte im Jahr 1968 am Heilig-Geist-Gymnasium in Menden sein Abitur ab. Anschließend leistete er seinen Dienst bei der Bundeswehr. Seine akademische Laufbahn nahm im Wintersemester 1969/70 in Münster ihren Anfang. Bereits als Student unterrichtete er samstags Sport am HGG, als damals ein großer Lehrermangel herrschte. Wenn man später ehemalige Schüler in der Stadt traf, erzählten sie mit großer Begeisterung von seinem Unterricht und seiner Art als Lehrer.

Nach dem Studium folgte die Zeit als Referendar in Sundern und Neheim. Besonders herausfordernd waren damals die Bedingungen in Sundern, das noch keine Oberstufe besaß. Herr Müller musste sich für seinen Unterricht zusätzlich am Franz-Stock-Gymnasium einarbeiten, um seinen Oberstufenschülern den Zugang zum Fach Mathematik zu ermöglichen. Im Februar 1977 zog es ihn dann endgültig zum WBG, und er widmete sich unserer Schule bis zum Sommer 2011 mit großer Hingabe. Von Anfang der 80er Jahre an bis zu seiner Pensionierung hatte er die Position eines Stufenleiters inne, eine Aufgabe, die sowohl Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler als auch gute Zusammenarbeit mit dem gesamten Kollegium voraussetzte. Als Lehrer war er ungemein beliebt; seine besondere Fähigkeit, komplexe mathematische Zusammenhänge verständlich und einleuchtend zu erklären, wurde von der Schülerschaft hoch geschätzt.

Neben seiner direkten pädagogischen Arbeit war Heinz-Josef Müller auch im Hintergrund der Schule aktiv. Viele Jahre wurde er aufgrund seiner großen Erfahrung und seines Einsatzes in den Lehrerrat sowie in die Schulkonferenz gewählt. Sein Einfluss reichte daher über den täglichen Unterricht hinaus und prägte die Entwicklung des WBG mit. So war er etwa einer der visionären Vorreiter in Sachen Koedukation war. Bereits 1975 wurde die erste gemischte Klasse aus Jungen und Mädchen gebildet, und vier Jahre lang leitete er diese ab der siebten Klasse („Quarta“) selbst. Dieser Mut zum Wandel demonstriert seine pädagogische Weitsicht.

Ganz besonders brannte Herr Müller jedoch für sein zweites Fach: Sport. Er war unermüdlich dabei, als er die Volleyball-Arbeitsgemeinschaft leitete und mit Schülern zu Wettkämpfen fuhr — nicht nur im Volleyball, sondern auch in anderen Disziplinen. Ein besonders schönes Beispiel dafür, wie intensiv das Fach ihn berührte, ist die Erinnerung an eine Schülerin, die er bei Tenniswettkämpfen betreute. Besonders bemerkenswert war auch seine Reaktion auf die Olympischen Spiele 1972 in München: Mit großer Begeisterung kommentierte er dort die Wettkämpfe, und selbst am Universitätsstandort wurden diese Übertragungen gehört und analysiert. Hieran wird besonders deutlich, wie sehr ihn das Fach Sport gepackt hatte und wie er diese Leidenschaft an andere weitergab.

Sehr persönlich war seine Verbundenheit zur Ordensgemeinschaft. Im Deutschen Studentenhaus in Münster gab es einen Konvent unseres Ordens, in dem eine Schwester namens Sr. Philomena tätig war. Diese Verbindung blieb lebenslang wichtig: Als Sr. Philomena aus Altersgründen in Bestwig wohnte, wurde sie von Herrn Müller jedes Jahr an ihrem Geburtstag besucht.
Die gleiche Verbundenheit zeigte Herr Müller auch nach seiner Pensionierung. Er war ein immer wieder gerne gesehener Gast, wenn die Schulgemeinschaft etwas zu feiern hatte, wie zum Beispiel die Verabschiedung ihm in den Ruhestand nachfolgender Kolleginnen und Kollegen.

Heinz-Josef Müller wird nicht nur als Mathematiker und Sportlehrer, sondern als Mensch im Herzen unserer Gemeinschaft vermisst werden, der das Leben anderer berührt hat — durch seine Begeisterung, seinen Einsatz für die Entwicklung der Schule und seine tiefe Verbundenheit mit vielen Menschen über viele Jahre hinweg.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau Elsmarie, die ebenfalls ehemalige Kollegin unserer Schule ist.

Lieber Heijo, wir werden dich vermissen!