Theater am Walburgis – kreativ und immer interessant
Neben dem Schulchor und zahlreichen Musik-AG’s kann das Walburgisgymnasium auf einen weiteren kulturellen Glanzpunkt hinweisen: zahlreiche Theatergruppen aller Art gastieren Schuljahr für Schuljahr an unserer Schule und erfreuen sich stets der Beliebtheit aller Jahrgänge. So gibt es einen enge Zusammenarbeit mit dem Mendener Amateurtheater (MAT), bei dessen Jugendstücken auch Walburgisschüler zum Einsatz kommen.
Zudem besucht uns jedes Jahr das „White Horse Theatre“, welches mit englischsprachigen Stücken einen gelungenen Mix zwischen kind- und jugendgerechten Themen und der gleichzeitigen Verständnisförderung des Englischen bietet. Die Aufführungen sind jeweils dem Alter und dem Lernstand der Schülerinnen und Schüler angepasst und mittlerweile ein fester Bestandteil im Theaterleben des Walburgisgymnasiums.
Doch am Walburgis wird nicht nur zugeschaut, sondern auch selbst aktiv Theater gespielt. Neben kleineren Theateraufführungen einzelner Klassen ist hier besonders der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 zu nennen. Als Fach nur in der 12. Klasse angeboten, ersetzt dieser Kurs eines der musischen Fächer Kunst oder Musik. Im Kurs werden Grundzüge des Theaterspielens behandelt, Körpersprache studiert und natürlich das Wichtigste- ein Theaterstück einstudiert. Die Aufführung dieser Stücke erfolgt jedes Jahr Anfang des Sommers und ist in der Premierenvorstellung den jeweiligen Abiturienten gewidmet.
Das MAT inszeniert derzeit unter der Leitung von Conny Sauer in Zusammenarbeit mit dem WBG und dem Kulturbüro ein Jugendstück:
Desperado oder Jeder ist seines Glückes Schmied von Peter Klusen
Ein Stück über die Entstehungsbedingungen jugendlicher Gewalt.
Besonders Cliquen mit rechtsradikalem Anstrich – wie die DESPERDOS im Stück – bieten scheinbar Geborgenheit und Solidarität im Kampf gegen die eigene Misere, die personalisiert wird z.B. im Asylsuchenden, im Ausländer oder im Andersdenkenden. Wo die traditionelle Familie stirbt oder versagt, die Schule und andere Sozialisationsinstanzen überfordert sind, Egoismus und Narzissmus auf der Werteskala dominieren, werden Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zunehmend zu Desperados. Umkehrbar ist dieser Prozess wohl kaum. Es müssen vielmehr neue, andere Lebens – und Umgangsformen gefunden werden, die Szenen, wie sie das Stück zeigt und sie beliebig noch weiter gezeigt werden könnten, überflüssig machen. Das Stück will anregen, darüber kontrovers, konstruktiv und kritisch zu diskutieren.
Der Protagonist des Stücks – Mike – hat einen Klassenkameraden niedergestochen. Durch Zeugenaussagen in einem imaginären Gerichtsverfahren wird versucht die Gründe für seine Tat heraus zu finden. Dramaturgisch wechselt die Szene jeweils von den Aussagen zu den einzelnen Spielszenen, über die die einzelnen Zeugen berichten. Konnte niemand die Tag voraussehen?! Wer ist schuldig geworden? Fragen, die sich Mikes Familie, seine Klassenkameraden, seine Lehrer und seine Freunde stellen müssen. Aber es fällt gar nicht so leicht eine zufrieden stellende Antwort zu finden.


